Fliegerreise an die Nord- und Ostsee, Oktober 2019

von 21. Jun 2020

Flieger-Event 2019

Für eine Notlösung ein tolles Ergebnis!

Wir wollten ja eigentlich zum 2. Mal nach Sizilien. Eine andere Richtung oder gar nichts! Das war die Meinung des „Meterolügen“.  11 Teilnehmer, obwohl einer sich noch kurz vor dem Start in die Büsche geschlagen hat, konnten trotzdem in 4 Tagen über 2.000 km zurücklegen.

Lässt man am ersten Tag die Strecke Bad Wörishofen nach Ulm unberücksichtigt, flogen wir bei tollem Wetter und bester Stimmung.   

 

Die Stationen dieses erlebnisreichen Ausflugs:

Tag 1: Bad Wörishofen – über Mainz Finthen nach Nienburg-Holzbalge

Schwer war eigentlich nur das Wegkommen. Nachdem wir Ulm hinter uns gelassen hatten, verbesserte sich  die Sicht und die Stimmung und die Anspannung verflog.  Nach 3,5 Stunden erreichten wir Mainz-Finthen. Da wir um 13 Uhr in Wörishofen erst weg kamen, war Eile beim Tanken geboten. Inzwischen telefonierte ich mit Uli Fritzler, welcher mittlerweile von Herrsching nach Nienburg verzogen war und uns kurzfristig bei der Unterkunftssuche helfen sollte. Er gab telefonisch grünes Licht und es ging schnell weiter, denn wir wollten rechtzeitig vor Sonnenuntergang bei Uli sein. Alles klappte super. Taxi, Hotel und Restaurant, alles war von Uli bestens organisiert und ich hatte den Eindruck, dass Uli am nächsten Tag gerne mitgeflogen wäre.

 

Tag 2: Holzbalge – über Heide Büsum nach Heringsdorf

Nach einem guten Frühstück im Hotel direkt an der Weser ging es bei 1/8 Quellwolken in 500 ft Richtung Nordsee. Wie am ersten Tag war das Zusammenführen der Formation mit 4 Fliegern kein Problem. Alle Teilnehmer sind ja mittlerweile alte Hasen. Beim Flug über dem flachen Land Richtung Küste bemerkte ich, dass der ein oder andere doch Schwierigkeiten beim Erkennen von markanten Punkten hatte. Da oben sieht halt alles sehr flach und ähnlich aus.

Am Tag zuvor hatte ich schon vom Krabbenbrot in Heide-Büsum geschwärmt und einigen lief, als die Küste in Sicht war, schon das Wasser im Mund zusammen.

Bei mittlerweile tollem Wetter flogen wir alle Nordfriesischen Insel von Borkum bis Wangerooge ab und nahmen querab von Cuxhafen Funkkontakt mit Heide Büsum auf.

Dabei kam es bereits zu leichten Differenzen mit dem Flugleiter und ich dachte so für mich, an meine Dienstzeit zurück, während der ich bereits den ein oder anderen „Korinthenkacker“ kennengelernt hatte.
Nach der Landung fuhr der Kamerad teilweise zur Höchstform auf und ich fand es echt cool wie jeder für sich die Aktionen des Kameraden „Fluchleiter“ verpuffen ließ. Gegen gute Laune kommt man halt schlecht an.Das Krabbenbrot schmeckte, wie versprochen, spitze und so setzten wir um 13 Uhr unseren Flug nach Heringsdorf fort.
Das Wetter wurde immer besser und wir konnten in aller Ruhe, der Küste folgend, den Unterschied zwischen der Nord- und Ostseeküste deuten. Nach 2 ½ Stunden Flugzeit landeten wir auf dem ehzemaligem NVA-Flugplatz Heringsdorf in Sichtweite die polnischen Grenze.
Leider war dort oben ein langes Wochenende und so war es nicht einfach, zusammen für uns alle ein Hotel zu finden. Sandra und Jean gaben alles und so  kamen wir alle mehr als gut und sogar zusammen unter. Wir wussten nicht, dass das größte Problem noch vor uns lag, die Suche nach einem Restaurant.

Jetzt ließ Ramon seinen Charme spielen und winkte uns in ein Nobelhotel, indem wir zwar nicht schliefen aber dafür umso niveauvoller speisten. Jedem war der Preis egal, denn die Rechnung musste eh Sandra aus der Gemeinschaftskasse zahlen und somit tat es niemandem weh.  
  
 

Tag 3: Heringsdorf über Berlin nach Pilzen

In ruhiger Luft flogen wir wieder vor einer unglaublichen Küstenkulisse in Richtung Süden. Unser Plan war nicht einfach nach Pilzen zu fliegen, wir wollten mitten über Berlin. Da es nach meiner fliegerischen Erfahrung nur unfreundliche Flugleiter in Heide-Büsum und Augsburg gibt, wurde uns von einem freundlichen Flugleiter der Weg über Berlin geebnet. Als wir über noch über der Stadt fliegend schon wieder die Frequenz von Berlin verlassen wollten, fragte uns der freundliche Flugleiter: „Wollen sie in der Formation einmal einen tiefen Überflug über Berlin-Schönefeld mach?“ Klar, wollten wir! Kurz nach der Landung eines Airliner´s auf der alten Bahn von Schönefeld ging es einmal um das, im Tiefschlaf liegende, „neue“ Abfertigungsgebäude.

Danach setzten wir unsere Reise Richtung Tschechin fort Wir ahnten schon, dass das Wetter für den nächsten Tag für die zweite Tageshälfte schlecht vorhergesagt wurde, zumindest bis zum Bayerischen Wald, nicht gerade von seiner besten Seite.

Deshalb entschieden wir uns gegen Prag, mit seinen langen Wegen am Boden und gegen Karlovy Vary wegen seinen in den Bergen liegenden Flugplatz.   
Wir landeten also in Plzen/Line, westlich von Pilzen und waren am Abend nicht enttäuscht. Wir fanden ein gutes Hotel, bekamen eine interessante Stadtführung und ein tolles Essen zu sehr angenehmen Preisen, so könnte man unsere Auswahl beschreiben. Ich war hier bestimmt nicht zum letzten Mal!
 

Tag 4: Pilzen zurück nach Bad Wörishofen

Wir ahnten ja was uns am letzten Tag wettertechnisch erwartete und deshalb wollten wir so früh wie möglich los. Um  9 Uhr spätestens, wollten wir den Stachel rein schieben. Leider wurden wir durch die Flugplatzorganisation ausgebremst. Um kurz nach 10 ging es endlich los. Bis zum bayerischen Wald war alles kein Problem und dann lief es wieder wie am ersten Tag. Da wo es am schlechtesten war, wollte unser Formationsführer unbedingt rein. Nr. 2 bis 4 sahen das anders und so bahnte sich, tiefkriechend,  jeder seinen Weg selber durch die Suppe. Querab der Befreiungshalle (auch Elefantenscheißhaus genannt) bei Kelheim trafen wir uns wieder.

Ab hier wurde, wie vorhergesagt das Wetter wieder besser. Kurz nach 12 Uhr landeten wir, einer nach dem anderen, wieder ist EDNH.
Schön war es, wie immer mit netten Fliegern. Wettermässig war es am ersten und am letzten Tag für jeweils 15 Minuten anspruchsvoll, aber machbar. Alle waren sich einig, dass es gut war geflogen zu sein und nicht den Weg in die Büsche genommen zu haben.

Und 2020?? Alle guten Dinge sind 3 Versuche. „Wir wollen nach Sizilien“.  

 

Bildergalerie Fliegerevent 2019

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