Formationsflug Baltikum

von | 25. Jun 2012

Im Formationsflug ins Baltikum

Sechs CT-Besatzungen legten vom 03. bis zum 09. Juni 2012 in 23 Flugstunden ca. 4000 km über 5 Grenzen zurück.

Route: Bad Wörishofen (EDNH) über das Elbsandsteingebirge und Dresden nach Berlin-Eggersdorf (EDCE) – Danzig (EPGD) – Rediskes (EYRD) – Rezaliai – Ruhnu /EERU – Riga (EVRS) – Pociuniai (EYPR – Rudiskes (EYRD) – Eggersdorf zurück nach Bad Wörishofen

Eigentlich wissen die meisten recht wenig über die am 1. Mai 2004 beigetretenen EU Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland. Wir wollten mehr wissen und machten uns auf, an einem Tag Danzig zu erreichen.

Kurz bevor eine heranziehende Warmfront Bad Wörishofen erreichte, verließen die 5 CT’s am 03. Juni 2012 ihren Heimatflugplatz im Allgäu in Richtung Eggersdorf (EDCE), nahe Müncheberg,östlich von Berlin gelegen.

Der Flugweg führte wetterbedingt über Tschechien, das reizvollen Elbsandsteingebirge und dann direkt über die Stadt Dresden. 
Nach einem Tankstopp in Eggersdorf schlossen sich Siegmar Sprenger und seine Frau Edith mit der D-ELAI, einer weiteren CTLS, der Gruppe aus Bayern an. Siegmars profundes Wissen über Polen und die baltischen Länder sowie seine Sprachkenntnisse, lernten alle Teilnehmer in den nächsten Tagen zu schätzen.

Weiter ging es, fast auf direktem Kurs, nach Danzig (EPGD). Unser Tagesziel Ziel Danzig erreichten wir nach 5 Stunden Flugzeit. 
Für einige Teilnehmer war die Landung auf dem internationalen Flughafen die erste Landung auf einem kontrollierten Platz. Ganz besonders für Jean Dufour war die Kontrollzone Danzig Neuland, denn gerade mal vor ein paar Tagen hatte er seinen Flugschein druckfrisch im Briefkasten gefunden.

Die sehenswerte Hansestadt, erstaunlich gut restauriert, wurde noch am gleichen Tag unter kundiger Führung von zwei dort lebenden Mitarbeitern von einem unsere Mitflieger erkundet. Danke dafür, dass zwei Polen einfach ihren Sonntagabend für uns opferten. Sicher hätten wir die ein oder andere Sehenswürdigkeit ohne sie nicht gefunden.

Der nächste Tag zeigte, dass nicht nur Fliegen in der Formation auf dem Programm stand. Land und Leute wollte man kennen lernen und dazu gehörten an jedem Tag natürlich auch die landestypischen, leckeren Gerichte der Speisekarte.

Neben Danzig standen die Hauptstadt von Litauen, Vilnius, und Riga als Hauptstadt von Lettland dabei im Mittelpunkt.

Am 04. Juni wurde die Gruppe in Rudiskes ( www.aerodream.lt ) von Tadeusz und seiner Frau Tereza auf seinem eigenen Flugplatz (EYRD) in die litauische Grilltechnik eingewiesen. Vielen wurde spätestens hier klar, dass mit Gewichtsverlust auf dieser Tour nicht zu rechnen war. 

Der 5. Juli war der einzige eingeplante flugfreie Tag und auch der einzige, an welchem kein fliegbaresWetter war.

Mit einem Kleinbus fuhren wir nach Vilnius und besichtigten mit deutschsprachiger Führung die geschichtsträchtige Altstadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Am Nachmittag ging es dann zur Wasserburg Trakai, der Gründungsstätte des litauischen Staates.

Am 6. Juni flogen wir weiter nach Rezaliai ( www.5sezonas.lz ). Auch hier zeigten die litauischen Fliegerkameraden um Gediminas ihre charakteristische, herzliche Gastfreundschaft bei der Verpflegung der Crews und ihre Hilfsbereitschaft bei der Nachbetankung der Flugzeuge. Ein Teil der Gruppe nahm hier nachmittags an einem professionellen Water Survival Course teil. Es wurde nach einer Theorieeinweisung anschließend auf einem See die Verwendung von Schwimmwesten, Notsignalen und Rettungsschlauchbooten praktisch geübt (www.rotorplane.lt) .

Der nächste Tag bot einigen Piloten den ersten längeren Flug über das Meer zur estländischen Insel Ruhnu (EERU). Ein gemütliches „Kaffeekränzchen“ auf der Insel wurde leider durch einige aggressive Fliegerkameraden mit Stachel, in Form von blutrünstigen Stechmücken jäh beendet.

Die 6 CT‘ s traten die Flucht in Richtung Riga(EVRS) an. Nach der Landung brachten uns zwei Taxifahrer im Feierabendverkehr von Riga sicher aber doch sehr abenteuerlich in unserer Hotel. 5 Punkte und mindestens ein Führerscheinentzug währen das Ergebnis solcher Fahrt bei uns.

Sowohl am Abend als auch am darauffolgenden Vormittag war wieder Kultur im Rahmen einer Stadtführung durch die lebendige Innenstadt Rigas angesagt. Prunkvolle Häuser im Jugendstil, liebevoll restaurierte Holzhäuser mitten in der Innenstadt einer Großstadt und tollen Restaurants und Biergärten sichteten wir flanierend in den Gassen der lettischen Hauptstadt.

Von den wundervollen alten Fassaden, wie auch von dem quirligen Leben in der Altstadt waren wir total begeistert und allgemein wurde festgestellt, das „Venedig des Nordens“ ist eine längere Reise wert.

Nach dem Abheben auf dem ehemaligen Flughafen der Russen hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Hafenstadt Riga ehe wir auf Kurs den Flugplatz Pociuniai (EYPR), dem zentralen Flugsportzentrum Litauens, und dem Heimatflugplatz von Robertas nahmen.

Vom Flugplatz abgeholt, fuhren wir durch die reizvolle Landschaft über gut ausgebaute F e l d w e g e zum Paradies von Robertas (www.druskumiskas.lt).

Gepflegte Blockhütten mit Pool und Sauna warteten auf uns, wie auch das übliche Bier nach der Landung und appetitliche Gaumenschmaus des Landes. Die Gastgeber organisierten eine idyllische Bootstour über die Memel. zum Solebad Birstonas.

Einige der Teilnehmer waren von der unberührt anmutenden Landschaft so angetan, dass sie nicht davon abzuhalten waren, die Memel schwimmtechnisch zu bezwingen. Der letzte Tag brachte dann richtig viel Arbeit! Aufgrund der in Polen stattfindenden Fußball-Europameisterschaft wurde eine geplante Zwischenlandung im masurischen Gryzliny nicht erlaubt.

Fast 5 Stunden mussten sich die sechs Propeller deshalb ohne Zwischenlandung durch den polnischen Luftraum von Litauen zurück nach Eggersdorf schrauben. Hier wurde getankt und für sagenhafte 5,60 Euro in der Fliegerkneipe eine Bratwurst mit Kraut, Kartoffelbrei und Getränk verzehrt. Gestärkt begann der Heimflug mit einem Flug in 2000 ft über Berlin.

Danach ging es mit teilweise 25 Knoten Wind auf der Nase in 3 Stunden nach Hause.

„Was gibt es Größeres, als mit der CT die Grenzen zu überwinden, die uns jahrzehntelang trennten.“ (Zitat Siegmar Sprenger).

Nein, Siegmar es gibt nichts Größeres!

Bildergalerie Formationsflug Baltikum

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