Aktuelles zum Neuen Luftrecht SERA

Übersicht Neue LuftraumstrukturSTANDARDISIERTE REGEL IM EUROPÄISCHEN LUFTRAUM ?! LEIDER EIN WUNSCHTRAUM !!

Die Standardisierten Regeln im Europäischen Luftraum (SERA) sind am 5. Dezember 2014 in Kraft gesetzt worden. Die derzeitige deutsche Luftverkehrsordnung muss noch an SERA angepasst werden. Dafür hatten die zuständigen Behörden eigentlich zwei Jahre Zeit.

Unsere national zuständige Luftverkehrsordnung wird also „irgendwann“ angepasst werden. Wer glaubt, dass dann in allen Fällen die vorgegebene europäische Standardisierung angestrebt wird, glaubt in die falsche Richtung. Es wird wohl so laufen, das Eurocontrol mit SERA etwas vorgeben hat und die deutsche Gesetzgebung und die Gesetzgeber der Nachbarländer irgendetwas daraus machen.

So dürfte es eigentlich nicht sein, denn europäisches Recht steht vor nationalem Recht. „Warten wir mal ab und wie unser Fußball-Kaiser so floskelt: „Schau ma mal.“
Ein europäischer Luftraum mit gleichen Regeln für alle Länder in Europa wird wahrscheinlich ein Traum bleiben.

Was aber ändert sich mit SERA?

Die Definition der Begriffsbestimmung „Nacht“ ändert sich:

- Sie beginnt und endet, wenn sich die Mitte der Scheibe 6° unter dem Horizont befindet.

- In Deutschland soll die alte Regelung weiter gelten.

VFR Mindesthöhen

SERA enthält die bekannten Werte wie 1000 ft über bewohntem Gebiet (600 m im Umkreis von Hindernissen) und 500 ft über unbewohnten Gebiet ( 150 m im Umkreis von…)
Die 2000 ft über Großstädte fallen bei SERA weg. Übrigens, die 2000 ft waren ein Mindestwert.  
Weiterhin gilt, dass immer so hoch geflogen werden muss, dass eine Außenlandung außerhalb des
bewohnten Gebietes sicher zu stellen. Da reichen die „alten,“ national vorgegebenen 2000 ft“ manchmal bestimmt nicht.

Flugplanaufgabe

Es muss neben den bekannten Gründen ein Flugplan für den Durchflug der Lufträume C und D aufgegeben werden. Bitte jetzt keine Panik. Die Definition Flugplan wird dahingehend geändert, dass er auch in der Luft aufgegeben werden kann und zwar mit beschränkten Informationen. Eigentlich nichts anderes wie die Informationen, die wir mit einer Genehmigung zum Durchflug an den Tower gegeben haben.
In Zukunft kann ein Flugplan auch in der Luft aufgegeben werden und zwar 10 Min vor Einflug in die Lufträume.

VFR-Mindestsichtflugbedingungen

- Luftraum D
Bisher von Wolken frei, jetzt Wolkenabstand vertikal 1500 Meter und horizontal 1000 ft.
- Luftraum E
Bisher galt: unterhalb 10.000 ft 8 km Flugsicht. SERA verlangt nur noch 5 km
- Luftraum G

Bisher galt: frei von Wolken, Erdsicht, Flugsicht von 1,5 km.
   Unterhalb von 3000 ft MSL oder 1500 ft AGL bleibt alles beim Alten.
   Oberhalb von 3000 ft MSL oder 1500 ft AGL gelten 1500 m Abstand zu den Wolken
   horizontal und 1000 ft vertikal, zusätzlich braucht man eine Flugsicht von 5 km.

- Luftraum F wird abgeschafft und durch die RMZ Zonen ersetzt.
   Hier gilt ständige Funkverbindung unter Angabe von Kennzeichen, Typ, Flugabsichten und Höhe.

VFR Flüge über den Wolken

Passus gestrichen bzw. entfällt vollständig Die Vorgabe Start- und Zielflugplatz müssen frei sein, ist gestrichen.

VFR Flüge bei Nacht

Kleine Änderung nur:
eine Hauptwolkenuntergrenze von 1500 ft ist einzuhalten unterhalb 3000 ft MSL oder, AGL 1000 ft
(der höhere Wert gilt) benötigt man ununterbrochen Erdsicht.
Zusätzlich bedarf es eines Abstands von 1000 ft über dem höchsten Hindernis im Abstand von 8 km in der Umgebung.

Sonder-VFR

Bisher galt: frei von Wolken, Bodensicht und eine Flugsicht von 1,5 km. Bei SERA gilt: Hauptwolkenuntergrenze von 600 ft, die Geschwindigkeit wird auf unterhalb 140 kt festgelegt